Demokratie besteht nicht nur aus Verfassung, Parlament und Wahlen. Sie ist eine kreative Gesellschaftsform, in der sich Menschen engagieren können, politische und soziale Probleme anzupacken und die Welt mitzugestalten. Demokratie lebt von Diskurs und Kritik, von Gestaltungsmöglichkeiten und Beteiligung.

Partizipation ist für uns daher ein elementares demokratisches Prinzip. Grundlage demokratischer Entscheidungsprozesse muss die Beteiligung aller Betroffenen sein – das gilt besonders für Kinder und Jugendliche.
Unsere Demokratie hat nur eine Zukunft, wenn sie dem Wunsch nachwachsender Generationen nach lebhaften Mitgestaltungsmöglichkeiten entspricht.

Hier sind die Institutionen gefordert. Schule, Jugendeinrichtungen und das übrige Gemeinwesen müssen dafür sorgen, dass eine aktivierende Beteiligungskultur entstehen kann. Nur wenn Demokratie als Gesellschafts- und Lebensform erfahrbar wird, ist ihre Verfassungsordnung zukunftsfähig. Nur wenn Demokratie als Lebensentwurf überzeugt, haben ihre Gegner keine Chance.

Deshalb fordern wir:

  • die Entwicklung der demokratischen Kultur an Schulen sowie in Kinder- und Jugendeinrichtungen bundesweit voranzutreiben;
  • demokratiepädagogische Fortbildungs- und Forschungsprojekte anzubieten und zu unterstützen;
  • innovative Beispiele für demokratische Entwicklung in Erziehung, Schule und Jugendarbeit bekanntzumachen;
  • Kooperationen zwischen demokratischen Schulen zu fördern und
  • die Zusammenarbeit zwischen demokratiepädagogischen Akteuren in Schule, Jugendarbeit und Weiterbildung europaweit voranzutreiben.

Wir setzen uns für diese Ziele ein:

Damit diese Ziele verwirklicht werden, entwickeln wir gemeinsam mit Schüler*innen, Eltern, Studierenden, Lehrern*innen, Sozialpädagogen*innen und Akteuren*innen der Zivilgesellschaft geeignete Initiativen und Projekte. Ausgehend vom Magdeburger Manifest, besteht der Grundkonsens darin, dass in der Demokratie das Schulwesen und die Jugendbildung mit gutem Beispiel vorangehen müssen.

Erziehung und Bildung müssen die Demokratie für Kinder und Jugendliche erfahrbar machen und ihnen die Möglichkeit geben, Demokratiekompetenzen zu erwerben.

Die DeGeDe hat ihre Wurzeln im Engagement gegen neonazistische und rassistische Ausschreitungen Anfang des letzten Jahrzehnts. Sie ist die natürliche Verbündete all jener, die in Ländern und Gemeinden das Zusammenleben in einer vielfältigen und pluralistischen Gesellschaft fördern und der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit entgegentreten.

Festschrift „10 Jahre DeGeDe“

Herausforderungen der Demokratie – Anforderungen an die Demokratiepädagogik

Unter dem Titel „Herausforderungen der Demokratie – Anforderungen an die Demokratiepädagogik“ wurden die vergangenen 10 Jahre der Demokratiepädagogik in Deutschland bilanziert und besonders auch neue Handlungsimpulse für ihre Weiterentwicklung gesetzt. Diese Online-Festschrift gestattet einen Einblick in die Entwicklung der vergangenen 10 Jahre. (download insgesamt 3.4 MB)

Im Jahr 2015 erfolgte ein Aufruf an alle DeGeDe-Mitglieder sich an dieser Online-Festschrift zu beteiligen. Die Redaktion hatte sich entschieden, die Artikel nicht chronologisch zu ordnen, sondern nach Themenbereichen zu gestalten:
Kinderrechte
Beiträge zur politischen Bildung
Demokratiepädagogik und Schulentwicklung
Systemische Voraussetzungen
Partizipation und Demokratiepädagogik
Selbstverständnis der DeGeDe – eine Entwicklung von 2005 bis 2015

Allem vorangestellt der Aufruf von Wolfgang Edelstein zur gefährdeten Demokratie, gefolgt von dem skeptischen Appell: Was heißt und zu welchem Ende treiben wir Demokratiepädagogik? von Peter Fauser.

Wir danken allen Autor*innen und vor allem auch den Verlagen, ohne die diese Onlineveröffentlichung nicht hätte verwirklicht werden können.

Redaktion: Marcel Bonsen, Angelika Eikel, Ulrike Kahn, Michaela Weiß, Hermann Zöllner

Insgesamt ist das Spektrum der Veröffentlichungen zur Demokratiepädagogik derweil um ein Vielfaches größer. Eine umfassende und ständig aktualisierte Bibliographie findet sich u.a. bei unserem Kooperationspartner Demokratisch Handeln e.v.