Hessen

Der Regionalverband Hessen der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik e.V. engagiert sich für die Demokratiepädagogik in Hessen.

Entwicklungskonferenz für die hessische Bündnisinitiative “Bündnis für eine nachhaltige demokratische Bildung” in Frankfurt

 

am 8. Mai 2019 findet die Entwicklungskonferenz
zum „Bündnis für eine nachhaltige demokratische Bildung“
in den Räumen des Landessportbunds Hessen statt.

 

Getragen wird diese Initiative von der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik Hessen, Makista e.V. und der Sportjugend Hessen. Wir haben uns sehr über die vielen positiven Rückmeldungen zur Gründung eines solchen Bündnisses gefreut und danken für die Unterstützung durch das Projekt „DemoS! – Sport stärkt Demokratie“.

Hintergrund:

Es gibt bereits an vielen Stellen staatliche und zivilgesellschaftliche Organisationen, Träger und Initiativen, die insbesondere im Bildungsbereich zahlreiche Aktivitäten entfalten und Maßnahmen umsetzen, um der Infragestellung von Demokratie und Menschenrechten entgegen zu wirken. Zu nennen sind u.a. das Demokratiezentrum in Marburg, das Beratungsnetzwerk Hessen Gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, die Partnerschaften für Demokratie und viele weitere Vereine, Verbände und zivilgesellschaftliche Akteure. Die Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik – ein seit 2005 bestehender Verein mit besonderer Expertise in Demokratiepädagogik (Klassenrat u.a.) – hat zudem auf Bundesebene im Jahr 2018 ein „Bündnis Bildung für eine demokratische Gesellschaft“ ins Leben gerufen. In diesem Zusammenhang gibt es bereits auch Landesbündnisse beispielsweise in Rheinland-Pfalz unter dem Motto „Demokratie gewinnt“ unter der Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Auch wenn verschiedene Akteure bereits in Netzwerken zusammenkommen und sich hier austauschen können, ist ihre Verbindung doch eher lose. Die gegenwärtigen Herausforderungen und Diskurse, bei denen die Notwendigkeit und Qualität von politischer Bildung auch kontrovers diskutiert bzw. zuweilen auch in Frage gestellt werden, bedürfen einer festeren Verbindung. Einige Akteure im Feld machen sich schon auf den Weg, aber es gilt schulische und außerschulische politische Bildung viel enger zusammen zu denken. Auch sollten die Hochschulen stärker eingebunden werden. Darüber hinaus sehen wir die Schwierigkeit, dass Demokratielernen in manchen Bereichen nur sehr rudimentär oder nicht systematisch stattfindet beispielsweise in Schulen, der Lehrkräfteausbildung und der außerschulischen Bildung. Oder es werden demokratiepädagogische Projekte begonnen, die nach einer gewissen Zeit wieder beendet werden und insofern keine nachhaltige Wirkung erzeugen. Demokratielernen als besonderer Schwerpunkt der Organisationsentwicklung ist erst bei wenigen Bildungsakteuren verankert. Wir haben es eher mit einer Vielzahl von Projekten zu tun, die nicht in langfristigen Strukturen verankert sind. Viele Befunde weisen darauf hin, dass eine entsprechende Umsteuerung notwendig ist.

Insofern sind verstärkt Anstrengungen notwendig, um Demokratiebildung als festen Bestandteil in allen Bildungseinrichtungen zu verankern. Es erfordert ferner eine engere Zusammenarbeit aller Akteure, um Synergien zu gewinnen und ein Nebeneinander und Vereinzelung zu vermeiden. Es geht auch darum öffentliche und politische Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen und somit einen Diskurs in der Öffentlichkeit und der Fachöffentlichkeit anzuregen.

Wir sind überzeugt davon, gemeinsam dafür Verantwortung zu tragen, die Zukunft von Demokratie und Menschenrechten zu sichern – und dass Bildung der Schlüssel dafür ist. Wir gehen dabei von einem Demokratieverständnis aus, das Demokratie als menschenrechtsbasierte Staats-, Gesellschafts- und Lebensform begreift. Dabei gibt es insbesondere einen inneren Zusammenhang zwischen Demokratiepädagogik, Kinderrechtebildung und Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (global goals). Die kulturelle Bildung, historisch-politische und Menschenrechtsbildung sowie das bürgerschaftliche Engagement sind dabei mit zu denken.

Wir rufen daher zur Bildung eines Bündnisses auf, das möglichst alle demokratiepädagogischen und Demokratie förderlichen Akteure (somit auch Einzelpersonen) und Initiativen, Träger und Organisationen vereint und bündelt, ein Informationsnetzwerk bildet, gemeinsame Aktivitäten entfaltet und damit das Thema noch stärker in die Öffentlichkeit bringt. Dabei sind nicht nur zivilgesellschaftliche Organisationen sowie Träger und Initiativen, die die Jugendlichen vertreten (wie Kinder- und Jugendparlamente, Jugendverbände) sondern auch staatliche Einrichtungen und Stiftungen angesprochen.

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