Lernkultur, demokratische

„Die Vielfalt der Lernmöglichkeiten und -räume ist genau so überzeugend, wie die Möglichkeiten, Lerninhalte und Leistungsbeurteilung mitzubestimmen. Kinder lernen mit sich und anderen gerechter und anerkennender umzugehen.“

Eine demokratisch verfasste Lernkultur bietet allen Kindern und Jugendlichen Gelegenheit zur Mitsprache, Mitbestimmung und Mitgestaltung von relevanten Unterrichtsfragen wie der methodischen und inhaltlichen Gestaltung der Lernarrangements und entwickelt verständnisintensive Lehr-und Lernformen. Sie fördert mit ihren Lernangeboten systematisch die Interessen der Kinder und Jugendlichen. Die Lehr- und Lernformen zielen darauf, Kindern Möglichkeiten zu geben, Selbstwirksamkeit zu erfahren und zu entwickeln. Lernen in Projekten unter Einbeziehung authentischer, außerschulischer Lernorte spielt in der Lern- und Schulkultur demokratischer Schulen eine herausgehobene Rolle.

Die Lerngelegenheiten bieten die Möglichkeit, dass sich Kinder und Jugendliche eigene Lernziele setzen sowie ihren eigenen Lernprozess mitplanen und verfolgen können. Kooperatives Lernen kann die demokratische Lernkultur unterstützen, wenn Erfahrungen der Perspektivenübernahme, die Akzeptanz anderer Meinungen und Lernen als solidarische Erfahrung unterstützt und kultiviert werden. Die Reflexion des Lernprozesses ist immanenter Bestandteil der Lernangebote.

Demokratische Schulen entwickeln und kultivieren neue und alternative Lernkulturen, -formen und -räume wie Lernwerkstätten, Ateliers, Projekte und Lernbüros. Sie orientieren sich bei der curricularen Planung an der Heterogenität der Kinder. Verschiedene Anforderungsniveaus und thematische Zugänge werden konkretisiert und die Kinder können Lernangebote wählen, die ihrem Interesse und Leistungsstand angemessen sind.

Demokratische Schulen unterstützen alle Kinder und Jugendlichen darin, die Bildungssprache soweit zu beherrschen, dass sie von der Teilnahme an gesellschaftlichen Kommunikationsprozessen nicht ausgeschlossen sind. Sie wertschätzen sprachliche Vielfalt und tragen dazu bei, dass sprachliche Barrieren nicht zu Lernhindernissen werden.

Die Erwartung von Kindern und Jugendlichen auf Anerkennung und der Umgang mit Kriterien von Gerechtigkeit bei der Beurteilung von Schüler_innenleistungen haben Einfluss darauf, welchen Blick Kinder und Jugendliche selbst auf Werte wie Anerkennung, Gerechtigkeit und Toleranz entwickeln. (vgl. Beutel/Beutel 2010). Demokratische Schulen setzen sich in besonderem Maße damit auseinander, dass Leistungsbewertungen einen hohen Einfluss auf das Selbstkonzept sowie die Gerechtigkeitsvorstellungen von Kindern und Jugendlichen haben.

Die Zeitstruktur der Schule enthält Spielräume für Lehrkräfte und Kinder bzw. Jugendliche zur flexiblen Gestaltung des Lernens. Lernangebote und Unterricht werden von Lehrkräften und Kindern bzw. Jugendlichen regelmäßig evaluiert. Dabei werden auch unterschiedliche Aufgaben und Rollenverständnisse innerhalb der Institution Schule berücksichtigt und reflektiert.

Eine demokratisch verfasste Lernkultur zeichnet sich durch Qualitätsmerkmale aus, die mit Qualitätskriterien, Indikatoren und Beispielen in dem Katalog „Merkmale einer demokratiepädagogischen Schule“ beschrieben sind.

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