Bürgerschaftliches Engagement

„Am meisten Spaß bringt es, wenn ich sehe, dass wir etwas bewirkt haben und sich wirklich etwas verändert hat.“

So oder ähnlich lauten die Aussagen vieler Jugendlicher, die nach der Motivation für ihr Engagement befragt werden.

Bürgerschaftliches Engagement junger Menschen kann man auf die Formel bringen: „Für sich und andere“. Zum einen nützt es der Gesellschaft. Es nützt auch den jungen Menschen, die sich qualifizieren, ihre sozialen Netzwerke erweitern und Zugänge erhalten, die ihnen auch in der Schule oder im späteren Beruf zugutekommen. Bürgerschaftliches Engagement unterstützt auf vielfältige Weise die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen.

Demokratielernen und Engagementförderung sind zunächst einmal zwei unterschiedliche Bereiche, die nicht zwingend zusammen gedacht werden müssen. Stellt man den Zusammenhang aber bewusst her, ergeben sich daraus Chancen für die Weiterentwicklung einer aktiven demokratischen Gesellschaft. Dies schließt auch ein „Dagegen sein“ als Grundausstattung des bürgerschaftlichen Engagements ein, wie wir es beispielsweise bei „Stuttgart 21“ oder bei friedlichen Sitzblockaden erleben. Damit Engagement gelingt, bedarf es einiger Voraussetzungen für die pädagogische Vorgehensweise in schulischen wie außerschulischen Bildungseinrichtungen. Hilfreich ist dabei die Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen, Jugendverbänden und der Kinder- und Jugendhilfe.

Zahlreiche Kooperationspartner_innen aus der Zivilgesellschaft kooperieren bereits mit Schulen und bringen ein neues – eher sozialpädagogisch geprägtes – Arbeiten mit in die Schule. In der Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Partner_innen liegt eine große Chance: Kinder und Jugendliche erfahren bürgerschaftliches Engagement jenseits des Schulhofes und lernen Engagementfelder kennen. Zudem können sie ihre eigenen Interessen ausbilden sowie ab- und einschätzen lernen, ob und wie sie sich engagieren wollen. Im Gegenzug können Verbände oder Vereine auf diese Weise Mitglieder gewinnen.

Jugendhilfe, Verbände und Schulen können Partner_innen in lokalen Bildungslandschaf- ten sein, in denen zahlreiche Akteur_innen miteinander verzahnt werden. Formales, non-formales und informelles Lernen verbinden sich auf diese Weise. Schulen können sich als demokratiepädagogische Schulen, „Klimaschulen“, „Schulen aktiv für UNICEF“ oder „Schulen ohne Rassismus“ ein Profil geben, das die Rolle von bürgerschaftlichem Engagement betont und ihm Zeit und Raum einräumt.

Vereine und Verbände wiederum müssen sich auf die Kooperation einstellen und haben so auch die Chance, sich zu modernisieren.

Wenn Schulen zu Lebensorten werden, in denen Engagement eine Rolle spielt, so sollen die Möglichkeiten für Engagement nach außen mit einer Öffnung der Schule nach innen korrespondieren. Damit Engagement nicht „verschult“ und als Zwang erlebt wird, benötigen Schulen eine Schulkultur, in der alle Akteur_innen einen demokratische und einen zivilgesellschaftlichen Habitus einüben können. Dazu gehören demokratiepädagogische Elemente wie Klassenrat, Jahrgangstreffen, Schulversammlungen, Deliberationsforen usw.. Kinder und Jugendliche bestimmen Themen und Ausgestaltung der Engagementvorhaben wesentlich und erhalten hierfür die notwendige Information im Vorfeld. Vertrauensvolle Verantwortungsübergabe und Anerkennung von Eigeninitiative und Engagement gehören unbedingt dazu.

Medien: Literatur, Downloads, Links, Videos
  • Bendig, R. : Wie Jugendliche sich engagieren können; in: Baustein zum Unterrichtshandbuch: „Hands across the campus – Demokratie macht Schule“ des American Jewish Commitee/ LISUM Berlin-Brandenburg / Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik e.V. 2010
  • Bendig, R. (2011): Nichtregierungsorganisationen und Schulen. Kooperationspartner für lebenswelt-bezogene Lerninhalte. In: Gritschke, H./Metzner, C./Overwien, B.: Erkennen-Bewerten-(Fair-) Handeln – Kompetenzerwerb im Globalen Wandel. Kassel.
  • Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (Hrsg.) (2008): Schule und Bürgerengagement.
  • Bildung gemeinsam gestalten. Dokumentation der Fachtagung 2008 in Dillingen. Berlin.
  • Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (Hrsg.) (2007): Engagierte Bildung – Bildung mit Engagement? Bildung, Schule und Bürgerengagement in Ostdeutschland. Dokumentation der Fachtagung unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Prof.Dr. Wolfgang Böhmer. Berlin.
  • Enquete-Kommission: „Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements“ des Deutschen Bundestages(Hrsg.) (2002): Bericht.
  • Bürgerschaftliches Engagement: Auf dem Weg in eine zukunftsfähige Bürgergesellschaft, Bd. 4. Opladen.
  • Hugenroth, R. (2011): Schule und bürgerschaftliches Engagement – Lernallianzen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz als Beitrag zu einer aktiven Bürgergesellschaft? Münster.
Zahlreiche Informationen zu bürgerschaftlichen Engagement:
  • Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement: www.b-b-e.de
  • Methodendatenbank, Kinderpolitische Landkarte, Texte zur Beteiligung und Kind-/Jugendgerechten Lebensorten: www.kinderpolitik.de
  • Engagementförderung im Rahmen der Kampagne mit vielen praktischen Beispielen, Evaluationsbögen zum Kinder- und Jugendengagement und fachlichen Hinweisen der Bertelsmann Stiftung: www.jungbewegt.de
  • Aktionsmöglichkeiten und Informationsmaterial rund um das Thema Kinderrechte: www.younicef.de
Von jungen Menschen für Junge Menschen:

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